28. Barockfestspiele

Das Musikfest der Hofkapelle

Dienstag, 01. bis Sonntag, 06.September 2020

Die Batzdorfer Barockfestspiele finden seit 1993 alljährlich auf Schloss Batzdorf statt. Die Festspiele haben sich mittlerweile einen Kultstatus erspielt. In dem besonderen Ambiente (Renaissance-Rittersaal und großen Weinkeller) des Schlosses können die Besucher Konzerte genießen, dargeboten vom Haus- und Hofensemble Batzdorfer Hofkapelle sowie anderen bekannten Musikern. 

Das Programm der 28. Batzdorfer Barockfestspiele:

Dienstag den 01.09.2020

18:00 Ausstellungseröffnung – Sichtweisen 6
Bilder des aktuellen Pleinair der Batzdorfer Künstlergruppe, mit Lars Kutschke – Gitarre

Mittwoch den 02.09.2020

20:00 Eröffnungskonzert – Meine Seele erhebet den Herrn mit Werken von H.Schütz, D.Buxtehude, H.I.F.Biber u.a. Mit Viola Blache – Sopran, Batzdorfer Hofkapelle

Donnerstag den 03.09.2020

20:00 Die siebente Saite
Musik von Marin Marais, Jean-Philippe Rameau, Jean-Baptiste Lully und Arcangelo Corelli, Trio L`Arabesque. Mit Birgit Schnurpfeil – Violine, Ulrike Becker – Viola da Gamba, Daniel Trumbull – Cembalo

Freitag den 04.09.2020

18:00 und 21:00 Antonio Vivaldi – Die vier Jahreszeiten
Mit Bettina Zimmermann – Livepainting, Michael Erxleben – Solo-Violine, Batzdorfer Hofkapelle

Samstag den 05.09.2020

16:00 und 19:00 Antonio Vivaldi – Die vier Jahreszeiten

22:00 Heinrich Ignaz Biber – Rosenkranzsonaten
Mit Miki Takahashi / London – Violine, Alena Honigova / Prag – Cembalo

Sonntag den 06.09.2020

15:00 Eine Liederreise mit Christian Fürchtegott Gellert aus Leipzig zu Ludwig van Beethoven nach Wien.
Mit Gotthold Schwarz – Bass, Michael Schönheit – Hammerflügel

18:00 Von der Spree bis an die Elbe, das Festkonzert der Batzdorfer Hofkapelle
Mit Xenia Löffler – Oboe, Batzdorfer Hofkapelle

 

Meine Seele erhebet den Herrn

Konzert zum Fest „Maria Heimsuchung“
mit geistlicher Musik aus dem
katholischen Böhmen und protestantischen Sachsen des 17. Jh.
mit Werken von
Heinrich Schütz, Alberik Mazák, Heinrich Ignaz Biber, Johann Rosenmüller u.a.

Die Wallfahrtskirche „Maria Heimsuchung“ in Květnov ist die Inspirationsquelle unseres Programms. Der die Landesgrenzen überwindende und Menschen verbindende Glaube an den einen Gott und die Vertonungen der gleichen religiösen Texte aus katholisch-tschechischer und protestantisch-deutscher Sicht ist das dramaturgische Rückgrat unserer Stückauswahl.

Auf der tschechischen Seite stehen die viel zu selten zu hörenden Kompositionen von Alberik Mazák und die unermesslich reichen musikalischen Schätze der Klosterbibliothek in Kroměříž /Kremsier mit ihren internationalen Stars wie etwa H.I.F. Biber und Johan Caspar von Kerll. Der Italiener Vincenzo Albrici arbeitete in seinen letzten Lebensjahren an der Augustinerkirche in Prag und hinterließ eine umfangreiches und qualitätsvolles Repertoire.

Dietrich Buxtehude steht für die Hochblüte der protestantischen Kirchenmusik in Norddeutschland in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Heinrich Schütz, der „Vater der modernen Musk“ in Deutschland und Christoph Bernhard geben uns Einblicke in das protestantische Musikleben Dresden.

Viola Blache – Sopran
Batzdorfer Hofkapelle
–> im Rittersaal, mit Pause, Mittwoch den 02.09.2020 um 20:00 Uhr

Die siebente Saite

Musik von Marin Marais, Jean-Philippe Rameau, Jean-Baptiste Lully und Arcangelo Corelli

1672. Der junge Marais ist ganz besessen von der Kunst des Gambenspiels. Voller Bewunderung für seinen Lehrer Saint Colombe möchte er alle Finessen im Spiele seines Lieblingsinstrumentes erlernen und reift schnell zum Gambenvirtuosen heran. Von Lully entdeckt wird er bald als Gambenvirtuose im Orchester des Königs Ludwigs XIV angestellt und später zum Leiter des Orchesters der „Academie royale de musique“ ernannt.

Marais‘ Musik steckt voller Magie und Sinnlichkeit, was im vielfach ausgezeichneten Film „Die siebente Saite“ eindrücklich erzählt wird. Bis heute hat diese Musik nichts von ihrer Erzählkraft verloren und so zeigen wir in diesem Konzert die Verbindung von Marais zu seinen Lehrern und Vorbildern und seine Strahlkraft bis heute.

Birgit Schnurpfeil – Violine
Ulrike Becker – Viola da Gamba
Daniel Trumbull – Cembalo
–>im Rittersaal, mit Pause, Donnerstag den 03.09.2020 um 20:00 Uhr

Antonio Vivaldi – Die vier Jahreszeiten

Was Vivaldi in diesen Violinkonzerten schildern wollte, steht zweifelsfrei fest: Für die Erstausgabe verfasste der Komponist vier Sonette als Programm für die einzelnen Jahreszeiten und versah die Partitur an einigen Stellen mit Anmerkungen für bestimmte Spezialeffekte.

In unserem Zyklus wird die Aufführung um eine Dimension erweitert und das musikalische Geschehen mit einem bildhaften Kontrapunkt in Szene gesetzt. Die Bildende Künstlerin Bettina Zimmermann wird während des Konzertes mit den Mitteln der Malerei eine Übersetzung des Jahreskreises erschaffen. Diese Kombination verspricht einen faszinierenden neuen Blickwinkel auf das bekannte, grandios zeitlose Werk von Antonio Vivaldi.

Bettina Zimmermann – Livepainting
Michael Erxleben – Solo-Violine
Batzdorfer Hofkapelle
–>im Rittersaal, ohne Pause, Freitag den 04.09.2020 um 18:00 und 21:00 Uhr

Heinrich Ignaz Biber – Rosenkranzsonaten

Der Fürstbischof von Olmütz grollte seinem abtrünnigen Violinvirtuosen Heinrich Ignaz Franz Biber nicht lange, als sich der Böhme 1670 nach Salzburg abgesetzt hatte, um Kammermusikus bei Fürsterzbischof Max Gandolf von Kuenburg zu werden. Er gab auch weiterhin Kompositionen bei ihm in Auftrag. 

Sein heute berühmtestes Werk hat Biber wohl 1678 dort in Salzburg komponiert. Es ist ein kontemplativer Zyklus über die Mysterien des Rosenkranzes, eine Sammlung von fünfzehn Sonaten mit Basso continuo und einer abschließenden unbegleiteten Passacaglia. Teile dieser Sammlung erklingen in dem Konzert der in England lebenden Geigerin Miki Takahashi und der Prager Cembalistin Alena Honigova.

Miki Takahashi / London – Violine
Alena Honigova / Prag – Cembalo
–>im Rittersaal, ohne Pause, Samstag den 05.09.2020 um 22:00 Uhr

Eine Liederreise

„Mit Christian Fürchtegott Gellert aus Leipzig zu Ludwig van Beethoven nach Wien“

Im März 1757 erschienen die »Geistlichen Oden und Lieder« von Christian Fürchtegott Gellert. Bereits Monate später wurde die komplette Sammlung mit Melodien von Carl Philipp Emanuel Bach in Berlin verlegt. Auch sein heute vergessener Hamburger Zeitgenosse Knut Lambo vertonte Oden von Gellert, so wie auch Johann Friedrich Doles, Thomaskantor in Leipzig oder der Schweizer Pfarrer, Komponist und Chorleiter Johannes Schmidlin. 1803 komponierte Ludwig van Beethoven, dessen 250. Geburtstages wir in diesem Jahr gedenken, seine Sechs Lieder von Gellert, op. 48, die den Abschluss unserer musikalischen Reise bilden. Die Texte der für dieses Programm ausgewählten Lieder von Carl Philipp Emanuel Bach entsprechen jenen, die auch Ludwig van Beethoven für seinen Liederzyklus verwendete.

Der Amtsnachfolger von Thomaskantor Doles, Gotthold Schwarz – Bass, wird begleitet von Michael Schönheit, der auf einem Flügel von John Broadwood & Sons – London aus dem Jahre 1805 spielt. Ludwig van Beethoven besaß einen im Jahre 1807 erbauten Flügel von Broadwood.

Gotthold Schwarz – Bass
Michael Schönheit – Hammerflügel
–>im Rittersaal, ohne Pause, Sonntag den 06.09.2020 um 15:00

Von der Spree bis an die Elbe

Festkonzert der Batzdorfer Hofkapelle mit Werken von Carl Heinrich und Johann Gottfried Graun

Auf dem Programm heute stehen Komponisten der Dresdner Hofkapelle, aber auch solche aus Böhmen, Komponisten des Berliner Hofes und italienische Namen – ist das ein Potpourri oder wie geht das zusammen?

Im Gegensatz zur heutigen Zeit, in der Interessenkonflikte politischer Hemisphären gern mal mit kulturellen Abwehrhaltungen einhergehen, ist im Barock der Kulturtransfer auch über derlei Spannungen hinweg ganz üblich: Von Italien an den Dresdner Hof, von Dresden nach Berlin und umgekehrt oder von Böhmen nach Sachsen – sogar während des siebenjährigen Krieges, den Preußen gegen Sachsen, Polen und Österreich vom Zaun brach, ist dieser Austausch nie zum Erliegen gekommen. 

Wanderungsbewegungen und gegenseitige Bewunderung waren mannigfach: Johann Gottlieb Graun und sein jüngerer Bruder Carl Heinrich, beide Dresdner Kreuzschüler, beide von Schmidt und Pisendel, die die Dresdner Hofkapelle maßgeblich prägten, unterrichtet, gingen 1735 nach Rheinsberg an den Hof des Kronprinzen Friedrich, wo sich etwas später dann auch Carl Philipp Emanuel Bach einfand, der Sohn des Thomaskantors, der mittels Weltkulturerbe-Bewerbungsmappe in h-Moll seinen Arbeitsplatz nur zu gern vom ungeliebten Leipzig nach Dresden verlegt hätte.

Als der Kronprinz dann König war und das Opernhaus unter den Linden mit einer Oper Grauns eröffnete, wurde dort auch viel Musik vom Dresdner Superstar Johann Adolph Hasse gegeben. Graun indes war gehalten, sich diesem Stil kompositorisch möglichst anzunähern. Erst in seinem Spätwerk wie dem Oratorium Der Tod Jesu und in seiner Kammermusik weicht er davon ab.

Xenia Löffler – Oboe
Batzdorfer Hofkapelle
–> im Rittersaal, ohne Pause, Sonntag den 06.09.2020 um 18 Uhr

 

Karten:

Infos, Preise und Bestellung in Kürze hier möglich.
Wenn sie wollen, senden Wir Ihnen eine E-Mail, wenn der Vorverkauf beginnt:

Lage des Schloss Batzdorf, AnreisemöglichkeitenAchtung Umleitung:

Der Schachtberg in Scharfenberg ist wegen Bauarbeiten gesperrt! Aus Dresden kommend Bitte die B6 schon in Gauernitz verlassen und über Pegenau, Naustadt und Reichenbach nach Batzdorf fahren. Von Meißen aus direkt den Plossen Richtung Wilsdruff nehmen und die B101 bis zum Abzweig Reichenbach nehmen.

Das Schloß öffnet seine Tore:

ab 1 Stunde vor Beginn der ersten Veranstaltung des Tages bis 30 Minuten nach Ende der letzten Veranstaltung. Für Speisen und Getränke ist, wie gewohnt, vor Ort gesorgt.
Masken gehören zum Theater, aktuell nun auch in die Räume vor der Bühne. Entsprechend bitten wir darum eine Mund-Nasenbedeckung bei Betreten des Schlosses zu tragen.

Infos & Kontakt:

Telefon-Festnetz: 03521 459 1951
Mail-Adresse: service[ät]schloss-batzdorf.de

Mit Unterstützung von:

der Gemeinde Klipphausen und dem Kulturraum Meissen, Sächsische Schweiz und Osterzgebirge

Veranstalter:

Batzdorfer Hofkapelle GbR
Schloßstrasse 2
01665 Klipphausen OT Batzdorf

 

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